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Krabbelot - Wissenswertes
über die Insekten und Spinnen
in Deutschland

Nur was wir kennen, können wir auch schützen

Noch gibt eine fast unvorstellbare Menge und Vielfalt an Insekten und Spinnen, mit denen wir uns die Erde teilen, doch diese Welt ist bedroht. Größtenteils unbemerkt verschwinden Jahr für Jahr Insektenarten von diesem Planeten, und dass ursächlich durch den Menschen. Die industrielle Land- und Forstwirtschaft mit ihren immer größeren Feldern, ihren übermäßig eingesetzten Pestiziden und monotonen Landschaftsstrukturen stellt dabei eine der größten Bedrohungen dar. Dabei sind Landwirtschaft und Ernährung untrennbar mit dem Vorkommen von Insekten und Spinnen verbunden. Sie verbessern die Bodenqualität, bauen abgestorbene Pflanzen und Tiere ab und bestäuben die Nutzpflanzen weltweit. Wir sind alle von dieser Biodiversität abhängig, denn sie ist notwendig für den Erhalt unseres Ökokreislaufes.
Wir von Krabbelot haben uns zum Ziel gesetzt, allen Interessierten diese Welt näher zu bringen. Wir geben Ihnen Informationen und zeigen Ihnen eine faszinierende Welt, die Sie bisher vielleicht nur als kleine schwarze Punkte oder als lästige eklige Viecher wahrgenommen haben, denn nur was wir kennen, können wir auch schützen.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast aus dem Reich der Insekten, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Anthribus nebulosus

Deutscher Trivialname: Grauer Schildlausrüssler

Systematik

Stamm Arthropoda
Unterstamm Hexapoda
Klasse Insecta
Ordnung Coleoptera
Unterordnung Polyphaga
Teilordnung Cucujiformia
Überfamilie Curculionoidea
Familie Anthribidae
Gattung Anthribus
Art Anthribus nebulosus
Namensgeber / Jahr Forster, 1770
Synonyme Brachytarsus nebulosus Küster, 1859
  Bruchus clathratus Herbst, 1786

Anthribus nebulosus Forster & JR, 1770 im GBIF-Sekretariat (2019). GBIF-Backbone-Taxonomie. Checklisten-Datensatz https://doi.org/10.15468/39omei, auf den über GBIF.org am 2020-01-27 zugegriffen wurde.


Merkmale

Kurzer gedrungener Habitus mit kurzem, breitem Rüssel. Fühler kurz und gekeult. Körperlänge 1,5 bis 4 mm. Körper schwarz, Flügeldecken mit länglichen weißen und gelbgrauen Gitterflecken, die oftmals, besonders bei kleineren Exemplaren, undeutlich miteinander verschwimmen. Halsschild fleckig weiß behaart. Beine meist schwarz, in Ausnahmen rötlich oder braun.

Lebensraum

Anthribus nebulosus trifft man ganzjährig, abhängig von Witterung und Temperatur, auf Laub- und Nadelgehölzen an. Die Hauptaktivität des Käfers begrenzt sich auf die Monate April bis Juni. Die Imagos überwintern in Baumritzen, (hauptsächlich Pinus sylvestris (Waldkiefer) und Larix decidua (Europäische Lärche) Mill.). Als weitere Möglichkeit zur Überwinterung nutzen die Käfer auch gerne die leeren „Brutblasen“ von Fichtenquirlschildläusen.

Entwicklung

Die Eiablage der Grauen Schildlausrüssler beginnt in der ersten Maihälfte, kurz nach der Eiablage der Schildläuse. Dabei nagt der Käfer ein Loch in die Haut einer weiblichen Napfschildlaus (Familie Coccidae) und legt sein Ei in deren Brutraum. Die Larven entwickeln sich parasitär unter den stark gewölbten Körpern in den Brutblasen und ernähren sich hier zunächst vom Gelege und später auch von den Läusen selbst. Insbesondere werden hier die  Fichtenquirlschildläuse Physokermes piceae (Schrank, 1801) und Physokermes hermicryphus (Dalman, 1826) als Wirt gewählt. Die Verpuppung erfolgt im Juni/Juli innerhalb der Brutblase. Einige Wochen später schlüpft der Jungkäfer.

Verbreitung

Anthribus nebulosus kommt in ganz Deutschland häufig vor. Darüber hinaus ist die Art in den gemäßigten Zonen Europas von Nord-Spanien bis Süd-Skandinavien, dem Baltikum, Polen, Serbien bis Mittel-Italien anzutreffen. In Nord-Amerika wurden einzelne eingeschleppte Populationen gemeldet.

Gefährdung / Schutz (D)

nicht gefährdet / nicht unter Schutz gestellt

Quellen:

Illustriertes Lexikon der Käfer von Jiri Zahradnik, Dörfler Verlag GmbH, ISBN-13: 978-3895556586

Stresemann - Exkursionsfauna von Deutschland, Band 2: Wirbellose: Insekten von H.-J. Hannemann / B. Klausnitzer / K. Senglaub, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN-13: 978-3827409225

Gisela Förster (1973): Zur Biologie und Morphologie von Anthribus nebulosus FÖRSTER (Col. Anthr.) – Entomologische Nachrichten und Berichte – 17: 117 - 121. Abgerufen am 07.11.2019.

Holusa, Jaroslav & Trýzna, M.. (2007). Flight activity of Anthribus nebulosus Forster, 1770 (Coleoptera: Anthribidae) and notes to its life history. Journal of forest science. 53. 10.17221/2150-JFS. Abgerufen am 07.11.2019.

Anthribus nebulosus Forster & JR, 1770 im GBIF-Sekretariat (2019). GBIF-Backbone-Taxonomie. Checklisten-Datensatz https://doi.org/10.15468/39omei, auf den über GBIF.org am 2020-01-27 zugegriffen wurde.