close X

Krabbelot - Wissenswertes
über die Insekten und Spinnen
in Deutschland

Nur was wir kennen, können wir auch schützen

Noch gibt eine fast unvorstellbare Menge und Vielfalt an Insekten und Spinnen, mit denen wir uns die Erde teilen, doch diese Welt ist bedroht. Größtenteils unbemerkt verschwinden Jahr für Jahr Insektenarten von diesem Planeten, und dass ursächlich durch den Menschen. Die industrielle Land- und Forstwirtschaft mit ihren immer größeren Feldern, ihren übermäßig eingesetzten Pestiziden und monotonen Landschaftsstrukturen stellt dabei eine der größten Bedrohungen dar. Dabei sind Landwirtschaft und Ernährung untrennbar mit dem Vorkommen von Insekten und Spinnen verbunden. Sie verbessern die Bodenqualität, bauen abgestorbene Pflanzen und Tiere ab und bestäuben die Nutzpflanzen weltweit. Wir sind alle von dieser Biodiversität abhängig, denn sie ist notwendig für den Erhalt unseres Ökokreislaufes.
Wir von Krabbelot haben uns zum Ziel gesetzt, allen Interessierten diese Welt näher zu bringen. Wir geben Ihnen Informationen und zeigen Ihnen eine faszinierende Welt, die Sie bisher vielleicht nur als kleine schwarze Punkte oder als lästige eklige Viecher wahrgenommen haben, denn nur was wir kennen, können wir auch schützen.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast aus dem Reich der Insekten, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Carabus (Chrysocarabus) auronitens

Deutscher Trivialname: Goldglänzender Laufkäfer

Systematik

Stamm Arthropoda
Unterstamm Hexapoda
Klasse Insecta
Ordnung Coleoptera
Unterordnung Adephaga
Überfamilie Caraboidea
Familie Carabidae
Unterfamilie Carabinae
Gattung Carabus
Tribus Carabini
Untertribus Carabina
Untergattung Chrysocarabus
Art Carabus auronitens
Namensgeber / Jahr Fabricius, 1792

Quelle

Carabus (Chrysocarabus) auronitens in der Fauna Europaea, Zugriff am 10.11.2019


Merkmale

Der Habitus von Carabus auronitens ist langoval bis oval. Die Halsschildseiten sind zur Basis hin herzförmig verengt. Die Flügeldecken und der Kopf variieren zwischen metallisch glänzendem gold- und rotgrün, Die jeweils drei meist stark ausgeprägten Flügeldeckenrippen, sowie die Flügeldecken-Naht sind abgesetzt dunkel. Der Halsschild ist rotgold bis kupfrig glänzend. Die Beine sind überwiegend rot gefärbt, die Tarsen oft verdunkelt. Nur das erste Fühlerglied ist rötlich, die restlichen schwarz (ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zur ähnlichen Art Carabus auratus dessen erste vier Fühlerglieder rötlich gefärbt sind). Körperlänge 18 bis 26 mm.

Lebensraum

Der Laufkäfer Carabus auronitens lebt in Wäldern des Hügellandes und der Gebirge bis zu 2500 m. Dort jagen die nachtaktiven Tiere meist kleinere Insekten, Larven, Würmer und Schnecken. Man trifft die Art in zwei getrennten jahreszeitlichen Aktivitätsperioden an. Von März bis Juni zur Paarungszeit und von Juli bis Oktober die neue Generation Jungkäfer, wobei die zeitlichen Perioden witterungsbedingt erheblich schwanken können. Carabus auronitens gehört zu den flugunfähigen Laufkäfern. Doch dafür ist er ein hervorragender Läufer und Kletterer, was ihn für seine Fressfeinde zu einem schwer zu ergreifendem Ziel macht. Der Käfer erklimmt auch gerne mal Bäume bis in die Kronen, um dort zu jagen, oder sich zu verstecken. Den Winter verbringt der Käfer gemeinsam mit Artgenossen in alten, morschen Baumstümpfen, die Sicherheit und hinreichend Feuchtigkeit bieten.

Entwicklung

Im Frühjahr, ab etwa März beginnt für Carabus auronitens die Reproduktionsphase. Dabei wird die Paarung auf Bäumen, sowie am Boden vollzogen. Nach der Befruchtung legt das Weibchen seine Eier in Bodenlöchern mit ausreichend Feuchtigkeit ab. Die geschlüpften Larven leben räuberisch bis zu Ihrer Verpuppung. Ihre Nahrung besteht aus anderen Insektenlarven, Kleinstinsekten und kleineren Würmern. Anfang Juli kommen dann die voll entwickelten Jungkäfer an die Oberfläche und beginnen den neuen Kreislauf. Die überlebenden Altkäfer verbringen ab Juni eine etwa neunmonatige Ruheperiode bis zu Beginn der nächsten Fortpflanzungsphase.

Verbreitung

Carabus auronitens kommt in Mittel-, Ost- und Westeuropa von den Pyrenäen bis zu den Karpaten vor. Die nördliche Grenze zieht sich in etwa an der Elbe entlang. Im Süden begrenzt das Alpenhochland die Ausbreitung.

Gefährdung / Schutz (D)

Artenschutzrechtlicher Schutzstatus: BG (besonders geschützt)

Rote Liste Deutschland: * (nicht gefährdet)

Quellen:

Illustriertes Lexikon der Käfer von Jiři Zahradnik, Dörfler Verlag GmbH, ISBN-13: 978-3895556586

Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas, Parey, Berlin 1985, ISBN-13: 978-3490271181

Ekkehard Wachmann, Ralph Platen, Dieter Barndt: Laufkäfer - Beobachtung, Lebensweise, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1995, ISBN-13: 978-3894401252

Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde 51. Jahrgang · 1989 · Heft 1 - Bewegungsmuster und Orientierung des Laufkäfers Carabus auronitens in einem westfälischen Eichen-Hainbuchen-Wald (Radarbeobachtungen und Rückfangexperimente) von Peter Hockmann, Peter Schlomberg, Henrik Wallin und Friedrich Weber - abgerufen am 11.11.2019

Carabus auronitens - Ground beetle laying eggs + busy ant - Youtube-Video von A01Uta vom 12.Mai 2014 abgerufen am 11.11.2019

Carabus auronitens Fabricius, 1792 bei GBIF | Global Biodiversity Information Facility abgerufen am 11.11.2019