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Krabbelot - Wissenswertes
über die Insekten und Spinnen
in Deutschland

Nur was wir kennen, können wir auch schützen

Noch gibt eine fast unvorstellbare Menge und Vielfalt an Insekten und Spinnen, mit denen wir uns die Erde teilen, doch diese Welt ist bedroht. Größtenteils unbemerkt verschwinden Jahr für Jahr Insektenarten von diesem Planeten, und dass ursächlich durch den Menschen. Die industrielle Land- und Forstwirtschaft mit ihren immer größeren Feldern, ihren übermäßig eingesetzten Pestiziden und monotonen Landschaftsstrukturen stellt dabei eine der größten Bedrohungen dar. Dabei sind Landwirtschaft und Ernährung untrennbar mit dem Vorkommen von Insekten und Spinnen verbunden. Sie verbessern die Bodenqualität, bauen abgestorbene Pflanzen und Tiere ab und bestäuben die Nutzpflanzen weltweit. Wir sind alle von dieser Biodiversität abhängig, denn sie ist notwendig für den Erhalt unseres Ökokreislaufes.
Wir von Krabbelot haben uns zum Ziel gesetzt, allen Interessierten diese Welt näher zu bringen. Wir geben Ihnen Informationen und zeigen Ihnen eine faszinierende Welt, die Sie bisher vielleicht nur als kleine schwarze Punkte oder als lästige eklige Viecher wahrgenommen haben, denn nur was wir kennen, können wir auch schützen.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast aus dem Reich der Insekten, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus)

...einst ein häufiger Gast, heute durch intensive Waldwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Dissoleucas niveirostris

Deutscher Trivialname: Weißschnauzen-Breitrüssler

Systematik

Stamm Arthropoda
Unterstamm Hexapoda
Klasse Insecta
Ordnung Coleoptera
Unterordnung Polyphaga
Teilordnung Cucujiformia
Überfamilie Curculionoidea
Familie Anthribidae
Unterfamilie Anthribinae
Gattung Dissoleucas
Art Dissoleucas niveirostris
Namensgeber / Jahr (Fabricius & JC, 1798)
Synonyme Anthribus niveirostris Fabricius, 1798
  Curculio dubius Ponza, 1805

Quelle

Dissoleucas niveirostris in der Fauna Europaea, Zugriff am 07.11.2019


Merkmale

Habitus schmal gedrungen und von eckiger Gestalt, mit breitem weiß behaartem Rüssel. Hellbraune, dünne Fühler in breiten Keulen auslaufend. Körper-Oberseite dunkelbraun mit zahlreichen gereihten dunklen Höckerchen besetzt, dazwischen spärlich hell gepunktet. Halsschild mit heller Mittelbinde, die jedoch auch ganz fehlen kann. Das dunkelbraune Schildchen weiß behaart. Mittig ein weißer Makel auf der Querleiste zwischen Halsschild und Flügeldecken. Flügeldeckenspitze dicht hell behaart. Beine hellbraun mit helleren Ringen an Schienen und Tarsen. Körperlänge 2 bis 4 mm.

In abgestorbenen Ästen verschiedener Laubhölzer, im Reisig, aber auch an Klaftern. V bis VII, bei uns überall und stellenweise nicht selten.

Lebensraum

Dissoleucas niveirostris gehört zu den Totholz-Bewohnern. Man findet ihn an abgestorbenen Laubbäumen und deren abgeworfenen Ästen, oftmals in Bodennähe. Er versteckt sich unter Moosen und Baumrinde. Das bevorzugte Habitat dieses Käfers sind Laubwälder mit ausreichend Totholzvorkommen und angrenzendes Gebiet. Die Hauptaktivität des Käfers liegt zwischen April bis Mitte September.

Entwicklung

Die Larven von Dissoleucas niveirostris leben und entwickeln sich saprophag im Mulm von abgestorbenen Laubbäumen.

Verbreitung

Anthribus nebulosus kommt in ganz Deutschland mäßig häufig vor. Darüber hinaus ist die Art in den gemäßigten Zonen Europas von Nord-Spanien, Süd-England bis Süd-Skandinavien, dem Baltikum, über Russland bis zum Kaukasus, Polen, Ungarn, Österreich bis zur Schweiz anzutreffen.

Gefährdung / Schutz (D)

nicht gefährdet / nicht unter Schutz gestellt

Quellen:

Arved Lompe: Käfer Europas – Dissoleucas. www.coleo-net.de. Abgerufen am 09.11.2019.

Biodiversitätsportal von Estland - Dissoleucas niveirostris www.elurikkus.ee. Abgerufen am 09.11.2019

Dissoleucas niveirostris (Fabricius & J.C., 1798) bei GBIF | Global Biodiversity Information Facility abgerufen am 07.11.2019

Sönke Hardersen et al.: Survey of selected beetle families in a floodplain remnant in northern Italy. Bulletin of Insectology 65 (2): 199–207, 2012. Abgerufen am 09.11.2019.